Einsatzgeschehen 2010 - 2019

 

Das Einsatzgeschehen der letzten 10 Jahre (2010-2019 am Beispiel des LZ 1 Stadtmitte) stellt sich so dar, dass die technische Hilfe immer stärker in den Vordergrund rückt. Waren es im Zeitraum 2010 bis 2012 noch 43 %, sind es heute 11 Prozent mehr (54 %). Die Technische Hilfe rangiert deutlich vor dem Brandschutz, der aber mit 25 % im Jahr 2019 gegenüber den Vorjahren wieder zugenommen hat (18 % im Jahr 2018). Dann folgt der Block "Sonstiges", der zwangsläufig stetig abnimmt. Waren es im Zeitraum bis 2012 noch 18 % schlagen „sonstige“ Einsätze heute nur noch mit 8 % zu Buche. Allerdings enthalten die Zahlen deutliche Schwankungen, denn dieses Sammelstichwort umfasst alle möglichen Einsatzbilder - von der Tierrettung bis zu technischen Defekten, die wiederum meist von Brandmeldeanlagen oder heutzutage defekten privaten Rauchmeldern  resultieren. So ist der Durchschnittswert seit 2010 mit 12 % sicher die repräsentativere Angabe.

Eine positive Entwicklung ist, dass der Brandschutz mit Menschenrettung insgesamt geringer geworden ist. Gegenüber dem Spitzenreiter 2016 mit 14 solcher Fälle, sind es im Jahr 2009 lediglich 9 Einsätze, in denen Menschen aus brennenden Umgebungen gerettet werden mussten.  Prozentual ist dieses Meldebild von im Jahr 2015 auf 4 % bis Ende 2019 auf 2 % gesunken. Grundsätzlich kann man daran die wirksamen Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz erkennen (Rauchmelderpflicht). Jeder diesbezügliche Einsatz ist definitiv einer zu viel! Eine Erklärung für die an sich immer noch hohe Zahl von neun Einsätzen liegt aber darin, dass die Feuerwehr in Zeiten vor der Rauchmelderpflicht viele Fälle gar nicht registriert hatte. Ein Beispiel ist das klassische „Essen auf Herd“-Meldebild. Hier haben sich früher die Bewohner selbst in Gefahr gebracht und die resultierenden Brände oft gelöscht, bevor die Feuerwehr alarmiert wurde – oft nicht ohne eine Rauchgasintoxikation zu riskieren! Mit Rauchmeldern wird heute eine solche Situation früh bemerkt und auch Nachbarn alarmieren die Feuerwehr, wenn sie Rauchmelder im Haus hören. Der Vorteil: Trotz der Einsatzzahlen sind die Folgen für die Bewohner (und auch die Gebäude) oft erheblich geringer, weil die Feuerwehr früh reagieren kann. Als vermeintlicher Nachteil wurde vermutet, dass das Verbauen so vieler Rauchmelder zwangsläufig auch zur Erhöhung der Einsatzzahlen mit Fehlalarmen durch private Heimrauchwarnmelder führen würde. Insgesamt konnte das aber lediglich vier Mal (!) im Jahr 2019 festgestellt werden. Grundsätzlich ist die Rauchmelderpflicht also eine gute Entwicklung. Gefährliche Situationen werden heute erheblich früher erkannt und lassen sich durch frühzeitige Reaktion seitens der Feuerwehr entschärfen.

Die Technische Hilfe mit Menschenrettung ist ebenfalls immer häufiger anzutreffen. Von 44 Einsätzen im Jahr 2010 ist dieses Meldebild im Jahr 2018 auf 79 und im Jahr 2019 sogar auf 102 (!) Einsätze gestiegen. Davon waren immerhin 42 Einsätze notwendig, in denen die Feuerwehr für Rettungsdienst und Notarzt Zugang zu einer Wohnung oder einem Haus schaffen musste, weil eine hilflose Person hinter der Tür dringend Unterstützung benötigte. Die Zahl blieb gegenüber 2018 mit ebenfalls 42 Türöffnungen stabil. Dieses Stichwort hatte bei steigender Tendenz 2019 immerhin einen Anteil von 23 % am Einsatzgeschehen (2018 20 %) und ist möglicherweise auf den demographischen Wandel zurückzuführen, weil die Gesellschaft immer mehr ältere Menschen umfasst. Zudem gehören z. B. Verkehrsunfälle mit Verletzten und/oder eingeklemmten Personen zu diesem Stichwort (11 Einsätze im Jahr 2019). Und hier haben sich die Einsätze auf der Bundesautobahn etwas in den Vordergrund „geschummelt“, denn seit einigen Jahren unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Werne den Rettungsdienst auf der Autobahn: Verkehrsabsicherung und sonstige Unterstützung bei Unfällen werden oft ebenfalls als TH mit Menschenrettung gewertet, wenn Personen verletzt wurden. Aber auch TH ohne Menschenrettung kommt vor, wenn lediglich auslaufende Medien etc. aufgenommen werden müssen. Immerhin war der Löschzug Mitte im Jahr 2019 40 Mal auf der BAB 1 tätig, 19 Einsätze waren in Fahrtrichtung Bremen, 21 Einsätze in Fahrtrichtung Köln zu erledigen.

Wenig beliebt aber für die Feuerwehr zunehmend mit hohem Aufwand verbunden sind die Ölspuren, die sehr kontinuierlich zunehmen: 2011 20, 2012 24, 2013 22, 2014 29, 2015 23, 2016 39, 2017 38, 2018 41 und 2019 schon 44 Einsätze, bei denen z. T. sehr lange Ölspuren den Verkehr und die Umwelt gefährdet haben. Oft helfen hierbei die üblichen Bindemittel nicht mehr, da beispielsweise Additive wie Ad Blue ausgetreten sind oder Tierfette aus der Ladung verloren werden. Für solche Einsätze müssen dann Spezialunternehmen zur Straßenreinigung beauftragt werden - eine teure Angelegenheit. Ein Vorteil ist jedoch, dass Einsatzleiter heute erheblich früher solche Spezialunternehmen beauftragen. Das reduziert die Zeit, die die ehrenamtlichen Kräfte an der Einsatzstelle verbringen. Trotzdem kommen immer wieder Einsätze vor, die einen ganzen Löschzug oder sogar mehrere Einheiten mit mehr als 4 Stunden Einsatzdauer belasten!

Generell kann man daher eine deutliche Zunahme der Einsatzzahlen feststellen. Am Beispiel des LZ 1 beschreibt das die untenstehende Grafik: Von 210 Einsätzen im Jahr 2010 waren es im Jahr 2019 schon 329 Einsätze – wieder 10 Einsätze mehr, als im letzten Jahr 2018. Und das gilt für die gesamte Feuerwehr Werne. Im 5-Jahreszeitraum haben die Einsatzzahlen von 318 im Jahr 2014 bis auf immerhin 438 Einsätze im Jahr 2019 zugenommen.

 

 

Einsätze 2019

Einsätze 2018

Einsätze 2017

Einsätze 2016

Einsätze 2015

Einsätze 2014