Einsatzgeschehen 2010 - 2018

Das Einsatzgeschehen der letzten neun Jahre (2010-2018 am Beispiel des LZ 1 Stadtmitte) stellt sich so dar, dass die technische Hilfe immer stärker in den Vordergrund rückt. Waren es im Zeitraum 2010 bis 2012 noch 43 %, sind es heute zehr Prozent mehr (53 %). Die Technische Hilfe rangiert deutlich vor dem Brandschutz, der mit 20 % mehr oder weniger konstant bleibt. Dann folgt der Block "Sonstiges", der zwangsläufig stetig abnimmt. Waren es im Zeitraum bis 2012 noch 18 % schlagen „sonstige“ Einsätze heute nur noch mit 13 % zu Buche. Dieses Sammelstichwort umfasst alle möglichen Einsatzbilder - von der Tierrettung bis zu technischen Defekten, die wiederum meist von Brandmeldeanlagen oder heutzutage defekten privaten Rauchmeldern  ausgelöst haben.

Eine negative Entwicklung ist, dass der Brandschutz mit Menschenrettung wieder häufiger vorkommt. Auch wenn dieses Meldebild prozentual von im Jahr 2015 auf 4 % bis Ende 2018 auf 2 % gesunken ist, sind die absoluten Zahlen mit in den letzten Jahren um die 10 Einsätze doch gestiegen. Ein Spitzenreiter war das Jahr 2016 mit 14 Einsätzen - gegenüber 11 Einsätzen im Jahr 2018. Grundsätzlich kann man daran aber die wirksamen Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz erkennen. Mit Einführung der Rauchmelderpflicht hatten wir gehofft, die Einsätze erheblich reduzieren zu können. Denn: Jeder diesbezügliche Einsatz ist definitiv einer zu viel! Eine Erklärung für den Anstieg liegt aber darin, dass die Feuerwehr in Zeiten vor der Rauchmelderpflicht viele Fälle gar nicht registriert hatte. Ein Beispiel ist das klassische „Essen auf Herd“-Meldebild. Hier haben sich früher die Bewohner selbst in Gefahr gebracht und die resultierenden Brände oft gelöscht, bevor die Feuerwehr alarmiert wurde – oft nicht ohne eine Rauchgasintoxikation zu riskieren! Mit Rauchmeldern wird heute eine solche Situation früh bemerkt und auch Nachbarn alarmieren die Feuerwehr, wenn sie Rauchmelder im Haus hören. Der Vorteil: Trotz erhöhter Einsatzzahlen sind die Folgen für die Bewohner (und auch die Gebäude) oft erheblich geringer, weil die Feuerwehr früh reagieren kann. Ein kleiner Nachteil: Das Verbauen so vieler Rauchmelder führt zwangsläufig auch zur Erhöhung der Einsatzzahlen mit Fehlalarmen durch private Heimrauchwarnmelder. Grundsätzlich ist das also trotz Fehlalarmen eine gute Entwicklung, auch wenn dadurch das Einsatzaufkommen steigt. Gefährliche Situationen werden heute erheblich früher erkannt und lassen sich durch frühzeitige Reaktion seitens der Feuerwehr entschärfen.

Die Technische Hilfe mit Menschenrettung ist ebenfalls immer häufiger anzutreffen. Von 44 Einsätzen im Jahr 2010 ist dieses Meldebild im Jahr 2018 auf 79 Einsätze gestiegen. Davon waren immerhin 42 Einsätze notwendig, in denen die Feuerwehr für Rettungsdienst und Notarzt Zugang zu einer Wohnung oder einem Haus schaffen musste, weil eine hilflose Person hinter der Tür dringend Unterstützung benötigte. Dieses Stichwort hat immerhin einen Anteil von 20 % am Einsatzgeschehen und ist möglicherweise auf den demographischen Wandel zurückzuführen, weil die Gesellschaft immer mehr ältere Menschen umfasst. Zudem gehören z. B. Verkehrsunfälle mit Verletzten und/oder eingeklemmten Personen zu diesem Stichwort. Und hier haben sich die Einsätze auf der Bundesautobahn etwas in den Vordergrund „geschummelt“, denn seit einigen Jahren unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Werne den Rettungsdienst auf der Autobahn: Verkehrsabsicherung und sonstige Unterstützung bei Unfällen werden oft ebenfalls als TH mit Menschenrettung gewertet, wenn Personen verletzt wurden. Aber auch TH ohne Menschenrettung kommt vor, wenn lediglich auslaufende Medien etc. aufgenommen werden müssen.

Wenig beliebt aber zunehmend mit Aufwand verbunden sind die Ölspuren, die sehr kontinuierlich zunehmen: 2011 20, 2012 24, 2013 22, 2014 29, 2015 23, 2016 39, 2017 38 und 2018 schon 41 Einsätze, bei denen z. T. sehr lange Ölspuren den Verkehr und die Umwelt gefährdet haben. Oft helfen hierbei die üblichen Bindemittel nicht mehr, da beispielsweise Additive wie Ad Blue ausgetreten sind oder Tierfette aus der Ladung verloren werden. Für solche Einsätze müssen dann Spezialunternehmen zur Straßenreinigung beauftragt werden - eine teure Angelegenheit. Ein Vorteil ist jedoch, dass Einsatzleiter heute erheblich früher solche Spezialunternehmen beauftragen. Das reduziert die Zeit, die die ehrenamtlichen Kräfte an der Einsatzstelle verbringen. Trotzdem kommen immer wieder Einsätze vor, die einen ganzen Löschzug oder sogar mehrere Einheiten mit mehr als 4 Stunden Einsatzdauer belasten!

Generell kann man daher eine deutliche Zunahme der Einsatzzahlen feststellen. Am Beispiel des LZ 1 beschreibt das die untenstehende Grafik: Von 210 Einsätzen im Jahr 2010 waren es im Jahr 2018 schon 319 Einsätze. Und das gilt für die gesamte Feuerwehr Werne. Im 5-Jahreszeitraum haben die Einsatzzahlen von 318 im Jahr 2014 bis auf immerhin 431 Einsätze im Jahr 2018 zugenommen.

Einsätze 2019 (bis 21.07.2019)

Einsätze 2018

Einsätze 2017

Einsätze 2016

Einsätze 2015

Einsätze 2014