Einsatzgeschehen 2017 - 2021

Das Einsatzgeschehen der vergangenen 5 Jahre (2017 – 2021) stellt sich so dar, dass die technische Hilfe mit 56 % mittlerweile über die Hälfte aller gefahrenen Einsätze ausmacht. Die technische Hilfe rangiert damit deutlich vor dem Brandschutz, der mit 21 % im Jahr 2021 auch abgenommen hat, so lagen wir im Jahr 2020 noch bei 23 %. Dann folgt der Block „Sonstiges“, der immer wieder starke Schwankungen hat, was die Einsatzzahlen angeht. So waren es 2021 knapp 10 % aller Einsätze.

 

Zu erkennen ist, dass der Brandschutz mit Menschenrettung insgesamt gestiegen ist. Gegenüber dem tiefsten Wert 2019 mit 9 Einsätzen dieser Art sind es im Jahr 2021 schon 15 gewesen, in denen Menschen aus brennenden Umgebungen gerettet werden mussten. Prozentual ist dieses Meldebild seit 2017 konstant bei 3 %. Grundsätzlich ist jedoch zu erkennen, dass die Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz (z.B. die Rauchmelderpflicht) wirksam sind. Eine Erklärung für die an sich hohe Zahl von 15 Einsätzen liegt aber darin, dass die Feuerwehr in Zeiten der Rauchmelderpflicht viele Fälle gar nicht registriert hatte. Ein Beispiel ist das klassische „Essen auf Herd“ – Meldebild. Hier haben sich früher die Bewohner selbst in Gefahr gebracht und die resultierenden Brände oft gelöscht, bevor die Feuerwehr alarmiert wurde – oft nicht ohne eine Rauchgasintoxikation zu riskieren! Mit Rauchmeldern wird heute eine solche Situation früh bemerkt und auch Nachbarn alarmieren die Feuerwehr, wenn sie Rauchmelder piepsen hören. Der Vorteil: Trotz der Einsatzzahlen sind die Folgen für die Bewohnerinnen und Bewohner (und auch die Gebäude) oft erheblich geringer, weil die Feuerwehr deutlich früher reagieren kann. Als vermeintlicher Nachteil wurde vermutet, dass das Verbauen so vieler Rauchmelder zwangsläufig auch zur Erhöhung der Einsatzzahlen mit Fehlalarmen durch private Heimrauchwarnmelder führen würde, diese Zahl mit wirklichen Fehlalarmen ist aber bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne sehr gering. Grundsätzlich ist die eingeführte Rauchmelderpflicht also eine positive Entwicklung. Gefährliche Situationen werden heute erheblich früher erkannt und lassen sich durch frühzeitige Reaktionen seitens der Feuerwehr entschärfen.

Eine positive Entwicklung ist, dass die Technische Hilfe mit Menschenrettung insgesamt geringer geworden ist. Von 102 Einsätzen im Jahr 2019 ist dieses Meldebild im Jahr 2021 auf 91 Einsätze gesunken, 2020 sogar auf 71. Auch zu diesem Meldebild gehört das immer wiederkehrende Stichwort „Türöffnung“, wo eine hilflose Person hinter einer verschlossenen Tür dringend medizinische Versorgung benötigt, der Rettungsdienst jedoch keinen Zugang zur Wohnung hat. Auch haben sich die Einsätze auf der Autobahn etwas in den Vordergrund „gemogelt“, denn seit einigen Jahren unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Werne den Rettungsdienst bei Einsätzen auf der Autobahn: Verkehrsabsicherung und sonstige Unterstützung bei Unfällen werden oft ebenfalls als TH mit Menschenrettung gewertet, wenn Personen verletzt worden sind. Aber auch TH ohne Menschenrettung kommt vor, wenn lediglich auslaufende Medien etc. aufgenommen werden müssen. Die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde im Jahr 2019 zu 40 Einsätzen auf die Bundesautobahn alarmiert, im Jahr 2021 ist die Zahl auf 33 Einsätze gesunken.

Wenig beliebt, aber für die Feuerwehr zunehmend mit hohem Aufwand verbunden sind die Ölspuren, die sehr kontinuierlich zunehmen: 2017 38, 2018 17, 2019 44, 2020 37 und 2021 50 Einsätze, bei denen zum Teil sehr lange Ölspuren den Verkehr und/oder die Umwelt gefährdet haben. Oft helfen hierbei die üblichen Bindemittel nicht mehr, da beispielsweise Additive wie Ad Blue ausgetreten sind oder sonstige Fette aus der Ladung verloren wurden. Für solche Einsätze müssen dann Spezialunternehmen zur thermischen Straßenreinigung beauftragt werden. Ein Vorteil ist jedoch, dass Einsatzleiter heute erheblich früher solche Spezialunternehmen beauftragen. Das reduziert die Zeit, die die ehrenamtlichen Kräfte an der Einsatzstelle verbringen. Trotzdem kommen immer wieder Einsätze vor, die einen ganzen Löschzug oder gar mehrere Einheiten mit mehr als 2 Stunden Einsatzdauer belasten!

 

Generell kann man daher eine deutliche Zunahme der Einsatzzahlen feststellen. Die untenstehende Grafik beschreibt es für die Freiwillige Feuerwehr Werne: Von 348 Einsätzen im Jahr 2017 waren es im Jahr 2021 erstaunliche 556 Einsätze. Dazu muss man allerdings das Jahrhunderthochwasser im Sommer 2021 beachten, welches die Freiwillige Feuerwehr Werne mit mehr als 70 Einsätzen (im Stadtgebiet und überörtlich) betroffen hat.

Einsätze 2022

Einsätze 2021

Einsätze 2020

Einsätze 2019

Einsätze 2018

Einsätze 2017