Einsatzgeschehen 2014 - 2020

Das Einsatzgeschehen der letzten 7 Jahre (2014 – 2020) stellt sich so dar, dass die technische Hilfe mittlerweile über die Hälfte aller gefahrenen Einsätze pro Jahr ausmacht (52 %). Die technische Hilfe rangiert deutlich vor dem Brandschutz, der aber mit 23 im Jahr 2020 dennoch zugenommen hat, so lagen wir 2018 noch bei 18 %. Dann folgt der Block „Sonstiges“, der immer wieder starke Schwankungen hat, was die Einsatzzahlen angeht. So waren es 2020 knapp 12 % aller Einsätze.

Eine positive Entwicklung ist, dass der Brandschutz mit Menschenrettung insgesamt geringer geworden ist. Gegenüber dem Spitzenreiter 2016 mit 14 Einsätzen dieser Art, sind es im Jahr 2020 nur noch 11 gewesen, in denen Menschen aus brennenden Umgebungen gerettet werden mussten. Prozentual ist dieses Meldebild von im Jahr 2015 auf 4 % bis Ende 2020 schon wieder auf 3 % gesunken, mit der Tendenz nach unten. Grundsätzlich kann man daran die wirksamen Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz erkennen (z.B. die Rauchmelderpflicht). Jeder diesbezügliche Einsatz ist definitiv einer zu viel! Eine Erklärung für die an sich immer noch hohe Zahl von 11 Einsätzen liegt aber darin, dass die Feuerwehr in Zeiten der Rauchmelderpflicht viele Fälle gar nicht registriert hatte. Ein Beispiel ist das klassische „Essen auf Herd“ – Meldebild. Hier haben sich früher die Bewohner selbst in Gefahr gebracht und die resultierenden Brände oft gelöscht, bevor die Feuerwehr alarmiert wurde – oft nicht ohne eine Rauchgasintoxikation zu riskieren! Mit Rauchmeldern wird heute eine solche Situation früh bemerkt und auch Nachbarn alarmieren die Feuerwehr, wenn sie Rauchmelder im Haus piepsen hören. Der Vorteil: Trotz der Einsatzzahlen sind die Folgen für die Bewohner (und auch die Gebäude) oft erheblich geringer, weil die Feuerwehr früh reagieren kann. Als vermeintlicher Nachteil wurde vermutet, dass das Verbauen so vieler Rauchmelder zwangsläufig auch zur Erhöhung der Einsatzzahlen mit Fehlalarmen durch private Heimrauchwarnmelder führen würde, diese Zahl mit wirklichen Fehlalarmen ist aber bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne sehr gering. Grundsätzlich ist die Rauchmelderpflicht also eine gute Entwicklung. Gefährliche Situationen werden heute erheblich früher erkannt und lassen sich durch frühzeitige Reaktion seitens der Feuerwehr entschärfen.

Die Technische Hilfe mit Menschenrettung ist ebenfalls immer häufiger anzutreffen. Von 59 Einsätzen im Jahr 2014 ist dieses Meldebild im Jahr 2019 auf 102 Einsätze gestiegen. Gesunken ist es im Jahr 2020 wieder auf 72 Einsätze, was durchaus mit der Corona-Pandemie in Zusammenhang stehen könnte, da viel mehr Leute im Home-Office arbeiten und sich somit nicht jeden Tag mit ihrem Fahrzeug auf die Straße begeben, wodurch glücklicherweise auch weniger Verkehrsunfälle im Jahr 2020 zu verzeichnen waren. Auch zu diesem Meldebild gehört das immer wiederkehrende Stichwort „Türöffnung“, wo eine hilflose Person hinter verschlossener Tür dringend Unterstützung braucht, der Rettungsdienst jedoch keinen Zugang zur Wohnung hat. Auch haben sich die Einsätze auf der Autobahn etwas in den Vordergrund „gemogelt“, denn seit einigen Jahren unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Werne den Rettungsdienst auf der Autobahn: Verkehrsabsicherung und sonstige Unterstützung bei Unfällen werden oft ebenfalls als TH mit Menschenrettung gewertet, wenn Personen verletzt wurden. Aber auch TH ohne Menschenrettung kommt vor, wenn lediglich auslaufende Medien etc. aufgenommen werden müssen.

Wenig beliebt aber für die Feuerwehr zunehmend mit hohem Aufwand verbunden sind die Ölspuren, die sehr kontinuierlich zunehmen: 2014 37, 2015 47, 2016 39, 2017 38, 2018 41, 2019 44 und 2020 37 Einsätze, bei denen zum Teil sehr lange Ölspuren den Verkehr und / oder die Umwelt gefährdet haben. Oft helfen hierbei die üblichen Bindemittel nicht mehr, da beispielsweise Additive wie Ad Blue ausgetreten sind oder Tierfette aus der Ladung verloren werden. Für solche Einsätze müssen dann Spezialunternehmen zur Straßenreinigung beauftragt werden – eine teure Angelegenheit. Ein Vorteil ist jedoch, dass Einsatzleiter heute erheblich früher solche Spezialunternehmen beauftragen. Das reduziert die Zeit, die die ehrenamtlichen Kräfte an der Einsatzstelle verbringen. Trotzdem kommen immer wieder Einsätze vor, die einen ganzen Löschzug oder sogar mehrere Einheiten mit mehr als 4 Stunden Einsatzdauer belasten!

Generell kann man daher eine deutliche Zunahme der Einsatzzahlen feststellen. Die untenstehende Grafik beschreibt es für die Freiwillige Feuerwehr Werne: Von 318 Einsätzen im Jahr 2014 waren es im Jahr 2020 schon 444 Einsätze - wieder 6 Einsätze mehr, als zuvor im Jahr 2019.

Einsätze 2021

Einsätze 2020

Einsätze 2019

Einsätze 2018

Einsätze 2017

Einsätze 2016

Einsätze 2015

Einsätze 2014