Einsatzgeschehen 2023 - 2025
Das Einsatzgeschehen der vergangenen drei Jahre (2023 bis 2025) zeigt, dass die Technische Hilfe mit rund 47 % weiterhin knapp die Hälfte aller gefahrenen Einsätze ausmacht. Damit rangiert sie deutlich vor dem Brandschutz, dessen Anteil im Betrachtungszeitraum bei rund 17 % lag. Es folgt der Bereich der Fehlalarme, die mit etwa 23 % weiterhin knapp ein Viertel aller Alarmierungen ausmachen.
Zu erkennen ist, dass der Brandschutz mit Menschenrettung weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau liegt. In lediglich rund 1 % der gefahrenen Einsätze mussten Menschen aus brennenden Gebäuden oder Bereichen gerettet werden. Grundsätzlich zeigt sich damit, dass die Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz – beispielsweise die Einführung der Heimrauchwarnmelderpflicht ihre Wirkung entfalten. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Meldebild „Essen auf Herd“. Während früher Bewohnerinnen und Bewohner häufig selbst Löschversuche unternahmen und sich dabei nicht selten einer Rauchgasintoxikation aussetzten, werden solche Situationen heute durch Heimrauchwarnmelder deutlich früher erkannt. Oft werden dadurch auch Nachbarinnen und Nachbarn auf die Gefahr aufmerksam und alarmieren frühzeitig die Feuerwehr. Der Vorteil besteht darin, dass die Feuerwehr wesentlich früher eingreifen kann und dadurch sowohl die Folgen für die betroffenen Personen als auch die Schäden an Gebäuden häufig deutlich geringer ausfallen. Die ursprünglich befürchtete Zunahme von Fehlalarmen durch Heimrauchwarnmelder ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne weiterhin gering. Insgesamt stellt die Heimrauchwarnmelderpflicht daher eine äußerst positive Entwicklung im vorbeugenden Brandschutz dar.
Eine wechselhafte Entwicklung zeigt sich bei der Technischen Hilfe mit Menschenrettung. Nach 68 Alarmierungen im Jahr 2023 stieg dieses Meldebild im Jahr 2024 zunächst auf 87 Alarmierungen an. Im Jahr 2025 ging die Zahl jedoch wieder deutlich auf 66 Alarmierungen zurück und lag damit sogar leicht unter dem Niveau des Jahres 2023. Zu diesem Einsatzspektrum gehört unter anderem das regelmäßig auftretende Stichwort „Türöffnung“, bei dem eine hilflose Person hinter einer verschlossenen Tür dringend medizinische Hilfe benötigt und der Rettungsdienst keinen Zugang zur Wohnung hat.
Die Alarmierungen auf der Bundesautobahn 1 unterliegen ebenfalls Schwankungen. Seit einigen Jahren unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Werne den Rettungsdienst bei Einsätzen auf der Autobahn. Verkehrsabsicherungen und weitere unterstützende Maßnahmen bei Verkehrsunfällen werden häufig als Technische Hilfe mit Menschenrettung gewertet, sofern verletzte Personen betroffen sind. Die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde 2023 insgesamt 27-mal, 2024 14-mal und 2025 19-mal auf die Bundesautobahn alarmiert. Daneben fallen auch Einsätze der Technischen Hilfe ohne Menschenrettung an, beispielsweise zur Aufnahme ausgelaufener Betriebsstoffe oder zur Beseitigung anderer Gefahrenstellen.
Wenig beliebt, aber für die Feuerwehr häufig mit erheblichem Aufwand verbunden, sind Ölspuren. Nach 44 Alarmierungen im Jahr 2023 stieg deren Zahl im Jahr 2024 auf 58 Einsätze an. Im Jahr 2025 ging sie wieder auf 44 Alarmierungen zurück. Teilweise handelte es sich um langgezogene Verunreinigungen der Fahrbahn, bei denen herkömmliche Ölbindemittel nicht mehr ausreichen, beispielsweise nach dem Austritt von AdBlue oder anderen Betriebsstoffen beziehungsweise verlorenem Ladegut. In solchen Fällen müssen Spezialunternehmen mit thermischen Straßenreinigungsverfahren hinzugezogen werden. Positiv ist jedoch, dass diese Unternehmen heute frühzeitig durch die Einsatzleitung nachalarmiert werden. Dadurch reduziert sich die Einsatzdauer der ehrenamtlichen Einsatzkräfte an der Einsatzstelle erheblich.
Nachdem im Jahr 2024 erstmals ein Rückgang der Einsatzzahlen festzustellen war, setzte sich diese Entwicklung auch im Jahr 2025 fort. Nach 482 Einsätzen im Jahr 2023 und 445 Einsätzen im Jahr 2024 verzeichnete die Freiwillige Feuerwehr Werne im Jahr 2025 insgesamt 418 Einsätze. Dies entspricht einem Rückgang von 27 Einsätzen gegenüber dem Vorjahr beziehungsweise 64 Einsätzen gegenüber dem Jahr 2023. Diese Entwicklung trägt zu einer spürbaren Entlastung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte bei. Gleichwohl bewegt sich das Einsatzaufkommen der Freiwilligen Feuerwehr Werne weiterhin auf einem hohen Niveau und verdeutlicht die anhaltend hohe Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Gefahrenabwehr in der Stadt Werne.